Weltmeisterschaft 2010 - Dark Horses I
Ja, die Bibel ist erschienen.Man kann nun dem Kicker Sonderheft(sonderbarerweise ohne Stecktabelle) wieder allerhand Lustiges entnehmen.Ausser jetzt natürlich auch nur ansatzweise die zu erwartenden Aufstellungen, aber das kennt man ja.Auf den ersten Blick ist einem natürlich der einzige wohlgenährt wirkende nordkoreanische Spieler aufgefallen, der auch gut gebräunt ist und nicht so aschfahl wie seine Mannschaftskameraden.

Man erfährt dann auch(also natürlich nicht im toll recherchierten Heft), dass es sich um den Wayne Rooney Asiens handelt, ein Spieler der bei Kawasaki Frontale in der J-League unter dem Spitznamen Bulldozer firmiert.Jong Tae-Se heisst der Mann und er ist so braun und wohlgenährt, weil er in Japan lebt und aufgewachsen ist.Schon in zweiter Generation lebt seine koreanische Familie dort und er hat sich aus sportlichen Gründen entschieden für Nordkorea zu spielen.Das ist doch mal ein leicht verständlicher deutscher Satz.Leider ist das ja mit Profisportlern ein bisschen wie mit Gegenständen.Wenn sie nur reden könnten, ließe sich so viel erfahren.Auch hat er bestimmt Verschwiegenheitsklauseln in seinem Vertrag, gegen die selbst ehemalige Mitarbeiter von amerikanischen Pharmafirmen klagen würden.Also hat man nur so Näherungswerte wie dieser interkulturelle Fetz zwischen Landsleuten zwei verschiedener koreanischer Staaten wohl so ablaufen mag.Sicherlich grossartig allein der Kabinen-Smalltalk, vielleicht sieht man ja Südfernsehen oder hört die gleiche Musik.Dazu ein wunderbares Juwel: die ehemalige südkoreanische Girlgroup Baby V.O.X. bei einem Musikfestival zu Ehren des Irren mit der Bombe.
Aus TV-Dokumentationen weiss man, dass der junge Mann in seiner Freizeit sich gern als DJ versucht.Welchen Hobbys nordkoreanische Fussballprofis frönen, ist nun wirklich nicht zu eruieren, ich tippe mal irgendwas mit Essen.Die Liebe, die ihm in Japan und Südkorea entgegenschlägt, nachdem er für das fröhliche kleine Hungerregime spielt, kann man sich gut ausmalen.
Ein japanischer Sportreporter hat einmal seine Spielweise, wegen der Kraft mit der er spielt, mit der eines dunkelhäutigen Spielers verglichen.
Das ist dann schon wieder recht subtile asiatische Kriegsführung, aber da geht es vielleicht auch eher um liebenswürdig altmodischen fernöstlichen Zeitgeist.Also man darf gespannt sein ob Lucio, Rafael Marquez oder Kolo Toure auch planiert werden.
