Der Pop spricht, aber zu wem nur und worüber? IV
Eine 18-jährige Singer-Songwriterin aus Hongkong, Gloria Tang Zhi-Kei, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen G.E.M., mit einem schrumpfenden linken Kieferknochen, der Ihrer Singstimme einen ungewöhnlichen Akzent verschafft. Operiert werden kann erst ab 21, aber die Rettung des Cantopop liegt jetzt schon auf Ihren schmalen Schultern.Nachdem der berühmte Edison Chen 2008 durch einen Photo-Skandal (wer sich für Schlüpfriges und Peinliches interessiert, dem sei ein genaues Studium der Akten ans Herz gelegt), mehr oder weniger im Alleingang, den Cantopop Hongkongs zugrunde gerichtet hatte, muss man dem Wiedererstarken des ewigen Rivalen Taiwan einigermassen hilflos zusehen.Natürlich produziert man mittlerweile eigene Editionen für Taiwan, so dass auch die Fangemeinde des Mandopop bedient werden kann.Ob die Dame jetzt in Kantonesisch oder Mandarin besser klingt, kann ich nun wirklich nicht beurteilen.Allerdings hat der leichte Gesichtsfehlstand etwas Bezauberndes.Musikvideos von Chinesen ja immer recht melodramatisch, wenn auch nicht immer verständlich.Ja, was ist das - im weitesten Sinne Soulpop, auf jeden Fall ein Star für alle.Was dem Chinesen schmeckt, hat ja auch bald der ganzen Welt zu schmecken, also obacht solche Geschichten könnten bei den anstehenden Integrationstests wichtig werden.
