Es gäbe so einiges zu sagen
Montag, 08.11.2010 18:07 von Lydia Esche - Freundlichkeit, Die Schale in der Hand und die Palme auf dem Kopfzum bisherigen Verlauf der königlichen Karriere von Mesut Özil.Wie bescheuert die spanische Liga ist, wird dann doch erst klar,wenn man sich das ein oder andere Spiel live anschaut und die Berichterstattung in der spanischen Presse verfolgt.Man hatte ja für chronisch unerfolgreiche Nationen extra die Wahl zum Weltfussballer des Jahres eingeführt.Da konnte man frei von der Faktenlast die Schönheit des Spiels feiern und jedes Jahr einen anderen Künstler aufs Schild heben.Aber jetzt da das ewig schmollende Spanien endlich einen Titel gewonnen hat, erschließt sich erst so richtig was die eigentlich die ganze Zeit getrieben haben.Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Spieler von Real oder Barca seine Stimme abgeben würde, wer denn nun gerade der beste Spieler der Welt wäre.Naturgemäß der jeweils eigene Mannschaftskamerad.Es handelt sich kurz gesagt um eine europäische Variante der World Series.Das Finale im amerikanischen Profibaseball ist allerdings wenigstens auch konsequent so benannt, da weiss dann jeder woran er ist.

Dementsprechend vorteilhaft ist da nun die Anwesenheit von Sami und Mesut.Es ist natürlich nur eine Frage der Zeit, bis man zum legitimen Nachfolger irgendeiner Vereins-oder Nationallegende ausgerufen wird.Schon jetzt fällt auf, dass die beiden nur von einer Gattung Spieler umgeben sind: dem berühmten Schönwetterspieler.Deswegen hat Mourinho sie ja auch verpflichtet.Für die Balance.Da rennt der Mesut nun und hat ständig irgendeinen winkenden Südländer um sich, der unbedingt angepasst werden muss.Wenn dieser dann im absolut perfekten Moment angespielt wird vergibt er in 4 von 5 Fällen kläglichst.Was bedeutet, dass Mesut pro Spiel 8 bis 10 hundertprozentige Chancen auflegen muss, damit man siegreich vom Feld gehen kann.
Diese recht undankbare Aufgabe erfüllt er mit einer stoischen Ruhe, die nur bewundernswert ist.Die beiden Argentinier Di Maria und Higuain wirken bis jetzt immer noch etwas indigniert(ist ja auch zu verstehen, sie wurden schließlich vor den Augen ihres Nationalhelden unter gütiger Mitarbeit der beiden deutschen Mitspieler in historischem Ausmasse blamiert) und Cristiano Ronaldo ist ein solcher Anti-Kaka, dass man sich fragt, wie die beiden jemals miteinander spielen konnten und können, wenn der Brasilianer wieder fit ist.
Die ganze Sache fliegt nur nicht auf, weil auch nur halbwegs konkurrenzfähige Gegner faktisch nicht vorhanden sind.Das hat zum Teil natürlich mit der irrwitzigen Verschuldung der Liga zu tun, von deren Auswirkung die beiden Spitzenklubs durch poltische Patronage verschont bleiben.Zum anderen mit der beschriebenen Selbstbezüglichkeit der Protagonisten, denen es gelingt ihren Dummfug als allgemeine Lehre durchzusetzen.Was bis auf Diego Forlan auch alle mitbekommen haben.
Das sollte den deutschen Fussballfan aber weiter nicht bekümmern.Es läuft, es läuft…










, der den mit weitem Abstand behindertsten Trick im bezahlten Fussball beherrscht(ich wüsste nicht, dass der jemals einen Vorteil gebracht hätte, da er zumeist nach Ausführung die Kontrolle über den Ball verliert), der gerechterweise nach ihm benannt wurde: 
Versteht kein Wort, wenn man im Diner ihm gegenüber sitzt, 
