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Der Pop spricht, aber zu wem nur und worüber? VI

Sonntag, 25.07.2010 17:26 von Lydia Esche - Die spiegelverkehrte Anke Huber, Softpower, Das gläserne Säugetier

Udo Jürgens hat hoffentlich niemals diesen Videoclip zu Gesicht bekommen.Ich jedenfalls habe ihn vollkommen verschwitzt.Dabei ist die dänische Band nephew gar nicht einmal vollkommen unbekannt in Deutschland.Dieser WM-Song ist nun wirklich zeitlos schön.


Überhaupt die Band mit einem fantastischen Album und einer Reihe durch Videokünstler verantworteten Videoclips im letzten Jahr nun wirklich mehr wie ordentlich in Erscheinung getreten.Eine künstlerische Selbstvergewisserung des eigenen Standorts und eine sehr viel souveränere Beschäftigung mit der nationalen Identität, als dieses unsägliche Deutschmarketing um die Jahrtausendwende durch MIA. und Anhang.
Es bewahrheitet sich auch hier Feridun Zaimoglus Diktum, dass man nicht Kunst daraus machen kann, indem man einfach eine deutsche Fahne drauf pappt, wenn es vorher nur Mist war, bleibt es natürlich Mist.
Wie anders hier zum Beispiel, ein ohnehin schönes Lied unterlegt mit einem Zusammenschnitt aus einem Dokumentarfilm über einen jungen Mann mit Drogenproblem, der sich und seinen Alltag filmt.


Der Sänger ja durch die Mitwirkung in einer sehr obskuren Sketchshow zu Ruhm gelangt.Wenn man Dänisch kann ist die Pressekonferenz des drogenverseuchten Radsport -Team Easy On bestimmt ein Brüller, obwohl es auch so ganz gut funktioniert(Besonders die Drogenaufzählung und der coole Hut).
Von allen Bands, die jemals angegeben haben Depeche Mode als grössten Einfluss zu haben, in jedem Fall die Beste, die ich kenne.

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Der Pop spricht, aber zu wem nur und worüber? V

Donnerstag, 24.06.2010 19:34 von Lydia Esche - naziconformistcheerleader, Softpower, Das gläserne Säugetier

Wenn man es so richtig übertreibt, erzeugt man zuweilen ungewollte Nebeneffekte.Im Prinzip könnte man annehmen, dass eineiige Zwillinge als Popstarduo eine tolle Idee sind.Aber gleich vom Start weg ergibt sich ein ästethisches und ein philosophisches Dilemma.Natürlich lebt der Popstar von seiner Einzigartigkeit.Also muss man die Protagonisten unterscheidbar machen.Man kann das lösen wie bei Bill und Tom Kaulitz, aber im Endeffekt ist nur Mehrarbeit erforderlich und der Zwillingseffekt geht auch verloren.In Asien, wo man gegenüber der Künstlichkeit ohnehin ein entspannteres Verhältnis zu haben scheint,denkt man sich natürlich: wenn schon, denn schon.Man macht die Ikonen zwar unterscheidbar, aber glaubt doch fest an einen Zauber, der jenseits der Arithmetik beginnt.Bei dem Popduo By2by2.jpg aus Singapur kippt dieser Zauber recht zeitig ins Unheimliche.Schon ein Liveauftritt zu Beginn der Karriere lässt den Zuschauer einigermassen ratlos schaudernd zurück.Man sportelt den Pop gern in Ostasien, aber man sollte die Grenze zum Bodenturnen immer kenntlich machen.”Was wollt ihr denn, wir machen es doch genau so wie ihr, nur noch schneller und exakter”, würde man zur Antwort bekommen.Man erinnert sich noch dunkel an dieses Prinzip, das die chinesischen Sportler zuletzt wieder während der Olympiade in Vancouver zur Schau stellten.In der Spitze gab es da die zu Freestyle-Skispringern umgemodelten ehemaligen Turmspringer zu bewundern, die eigentlich gar nicht Ski fahren konnten.
“Was interessiert mich euer Lifstylekonzept, ich lass mich doch nicht umsonst jahrelang beim Pirouettentraining barren,um dann hier von Euch schief angesehen zu werden.” Und recht hatten sie.
Die beiden Mädchen also, mittlerweile 18 geworden, tragen lediglich immer leicht andere Frisuren und für das neue Album wurden die Haare nun rot getönt.Das Ergebnis lässt sich jetzt zwar sehen, vor allem allerdings, weil sie nun direkt eine prima Besetzung für jeden David Lynch-Film abgäben.


Takeshi Kitano hatte den Braten ja schon vor Jahren gerochen, Kriege verlieren muss ja auch für irgendwas gut sein.



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Wo der Eurodance wohnt

Donnerstag, 03.06.2010 17:47 von Lydia Esche - alphaweibchen, Softpower, Autokratie- Fluch oder Segen?

Der Dieter Bohlen Russlands heisst Maxim Fadeev und der versteht von seinem Geschäft ja wohl doch ein bisschen mehr.
Über die Jahre schon lecker Mädsche zusammengecastet.Mit Yulia Savicheva noch 2004 beim Eurovision Song Contest mit einem Albtraum von Song in englischer Sprache angetreten, hatte man schon im Jahr darauf einen Nummer Eins Hit mit schöner Melodie.Dass man der eigenen Sprache international noch nicht traut, ist zwar verständlich, aber hoffentlich ein Übergangsphänomen.


Ganz bei sich ist der Eurodance beim Castingstar Elena Terleeva und ihrem Hit aus dem Frühjahr 2007.


Über die viel belächelten Auftritte osteuropäischer Chartsstürmer beim Eurovision Song Contest, geht ein wenig unter, dass der Lerneffekt doch teilweise erheblich ist.Fadeevs Girlgroup Serebro etwa, 2007 beim Grand Prix noch einigermassen negativ aufgefallen, kommt zur Zeit mit einer neuen Single auf den Markt, bei der alles absolut auf der Höhe der Zeit ist.Zugegeben, ich bezweifle, dass man sich in Russland Gedanken macht über eine Zusammenstellung von Girlgroups nach verschiedenen Charaktereigenschaften.Drei lange Beinpaare und der Rest plus einmal Fummel für jede und dann raus auf die Bühne und sich einen Namen gemacht.Aber auch hier sind die Regler am Anschlag und kein Grund zur Klage vorhanden.


Da wollen wir doch mal sehen ob Stefan Raab Unsere Lena in den echten Pop überführt bekommt, dann reden wir nochmal über den achso peinlichen Ostblock…

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Der Girlgroup-Indikator

Freitag, 12.03.2010 18:56 von Lydia Esche - Politik, Kultur, alphaweibchen, Softpower

Man braucht keine statistischen Berechnungen anzustellen um herauszufinden, dass ein Land welches einen Girlgroup-Boom verzeichnet einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt.Die Girlgroup ist ja so etwas wie die Verkörperung der erwünschten wirtschaftlichen Potenz.In vorironischen Nationen muss auch noch kein augenzwinkerndes Eingeständnis der eigenen Künstlichkeit erbracht werden, um ein Mindestmass an Authentizität zu erzeugen.Man begnügt sich mit der Begeisterung, dass etwas aussieht wie man es nur von der aktuellen industriellen Norm her kennt.Man sieht diesen Bildern dann eine naive Freude an Farben und Formen an, welche den Betrachter einer saturierten Gesellschaft etwas ratlos zurücklässt.Dabei bedarf es lediglich ein wenig Phantasie, um sich eine junge Demokratie 23 Jahre nach dem Sturz eines Militärregimes popkulturell vorzustellen.Das wäre auf Deutschland gerechnet die Generation von Frank Farian.Wenn man den Bezug einmal hergestellt hat, dann sieht man den koreanischen Produzenten schon leibhaftig vor sich, wie er die Regler hochschiebt und bei der Videoproduktion die ganze Belegschaft mit erratischen Ausrufen nach mehr Licht oder Forderungen nach kräftigerem Rot nervt.Das Jahr 2009 markierte den bisherigen Höhepunkt in der Evolution der Girlgroup des K-Pop Südkoreas.Glaubt man an die oben angeführten Kriterien, so läutet die Band 2NE1 mit Ihrer neuen Single “Try to Follow Me” das Ende des Booms ein.Viel zu ironisch gebrochen, die eigene Künstlichkeit ausstellend und gespickt mit Popzitaten kommt diese nämlich daher.Andererseits deutet dieser Wandel den Übergang in ein neues Entwicklungsstadium an und bestätigt Südkoreas Aufstieg zum Deutschland Asiens.
Soviel dazu, wer braucht schon Forschung, Musikvideos gucken reicht.


Dieser Beitrag schliesst sich an den Beitrag über die japanische Band Perfume an, die den derzeitigen künstlerischen Standard der Girlgroup repräsentiert.Dieser war ein Update zu einer Reihe über die Geschichte der Girlgroup, die hier begann.

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Spülen für alle

Dienstag, 09.02.2010 23:14 von Lydia Esche - second life, Softpower, Sister Miriam

Was aussieht wie die Rache der Franzosen am Computerspiel, ist in Wirklichkeit eines der ersehntesten Kulturprodukte der Saison.
Irgendwie hatte man sich das anders vorgestellt mit den virtuellen Lebenswelten.Wird aber bestimmt super.


Gibt natürlich auch noch etwas verheissungsvolleres Marketing dafür:


Man will sich aber doch, trotz allem Genörgel an der amerikanischen Regentschaft, keine Welt unter der kulturellen Hegemonie von Franzosen vorstellen.
Ein Traum von unerträglicher Schönheit.

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